Runenstein, Östergötland, Schweden, 9. Jahrhundert

 

Das Motiv bildet zwei Seiten des berühmten Runensteines von Rök aus dem schwedischen Östergötland ab. Auf dem über 3,80 Meter großen Stein wurde um das Jahr 800 herum auf allen Seiten eine Inschrift eingemeißelt, die nicht nur die längste bekannte Steininschrift in Runen, sondern sicherlich auch eine der rätselhaftesten ist. Der Text in einer altertümlichen Form des Altnordischen beginnt ähnlich wie die üblichen Standardformeln auf den mehr als 3.000 Runensteinen als Gedenkinschrift, verfasst von Varinn für seinen Sohn Vámoð. Darauf folgt ein nicht klar zu deutender Bezug zu einer Legende, die unter anderem von dem ostgotischen König Theoderich (gest. 526 n. Chr.) handelt. Der zweite Teil der Inschrift, auf der Rückseite des Steines, enthält eine Vorhersage voller unbekannter Personennamen. Der Text scheint bewusst rätselhaft und unklar gehalten zu sein, voller Anspielungen auf anderweitig unbekannte Ereignisse und Mythen. Zudem ist das Ende des Textes nicht in dem 16 Zeichen umfassenden jüngeren Runensystem der Wikingerzeit geschrieben, sondern chiffriert in mehreren unterschiedlichen Systemen von ‚Geheimrunen‘.

Die Deutung des Inhaltes wie auch der Funktion des Runensteines von Rök ist noch immer unklar und in der Forschung umstritten. Der absolute Großteil der über 3.000 aus Skandinavien bekannten Runensteine – davon mehr als 2.800 aus Schweden und dort besonders aus der Provinz Uppland nördlich von Stockholm – zeigt einfache, oft sehr formelhafte Gedenkinschriften. Diese Steine wurden zur Erinnerung an Verstorbene an wichtigen Wegen oder Brücken errichtet, sollten aber auch die Person des Stifters vorteilhaft darstellen. Ihr Sinn war also, gelesen und verstanden zu werden. Der Runenstein von Rök, dessen ursprünglicher Aufstellungsort unbekannt ist, sollte aber mit Ausnahme des ersten Teiles nicht einfach gelesen und verstanden werden können. Ob auf ihm mittels der komplexen Inschrift und der Geheimrunen spezielles Wissen ausschließlich für Eingeweihte bewahrt werden sollte, ist unklar. Eine neue Theorie deutet Teile der Inschrift als Erinnerung an den Beginn der kleinen Eiszeit in der Spätantike Mitte des 6. Jh., einen vermutlich durch einen oder mehrere Vulkanausbrüche verursachten Klimaeinbruch, der als fimbulvetr – ein mehrere Jahre anhaltender Winter – möglicherweise auch Einzug in die altnordische Mythologie gehalten hat.

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